Pandemie verschärft Entwicklung

veröffentlicht am 10.11.22

Der amerikanische Rechnungshof hat die Todesfälle während der Schwangerschaft und kurz nach der Geburt ermittelt und präsentiert eine beunruhigende Entwicklung. Waren die USA schon vor der Coronapandemie das Industrieland mit der höchsten Müttersterblichkeit, so hat sich diese Entwicklung noch verschärft. Im Jahr 2021 lag die Anzahl der Todesfälle in der Schwangerschaft oder kurz nach der Geburt bei 1200 Frauen, das entspricht einem Anstieg um ca. 80 Prozent seit 2018. Besonders betroffen sind People of Colour. Während bei weißen Amerikanerinnen 2019 die Todesfälle bei 18 von 100.000 lagen, sind es bei afroamerikanischen Frauen 44 je 100.000 und bei hispanisch-stämmigen Frauen 27 je 100.000. Der Rechnungshof erklärt diese Diskrepanz mit den eingeschränkten Zugängen zu medizinischer Behandlung für beide Bevölkerungsgruppen. Jeder vierte der Todesfälle ist auf die Pandemie zurückzuführen (Depressionen infolge des Lockdowns, Personalmangel in medizinischen Einrichtungen, Infektionen mit Sars-CoV-2). In anderen Industrieländern liegen die Zahlen laut Commonwealth Fund niedriger. So weist Deutschland pro 100.000 Frauen je drei Todesfälle während der Schwangerschaft oder in den ersten 42 Tagen nach der Geburt auf.

Quelle: FAZ