Auswirkungen der Coronaeinschränkungen in Großbritannien

Veröffentlicht am 20.09.22

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Eine kleine qualitative Studie der City University of London untersuchte erstmals die Auswirkungen der Einschränkungen im Zuge der Coronapandemie im Hinblick auf die Beziehung zwischen Vätern und ihren Neugeborenen. Im Vereinigten Königreich durften die Partnerinnen* schwangerer Frauen diese während des Lockdowns nicht zu vorgeburtlichen Untersuchungen begleiten und auch nicht nach der Geburt im Krankenhaus besuchen. Lediglich während der Wehen war eine Begleitung möglich. Wie wirkt sich das aus? Die befragten Väter berichteten von einem Gefühl des Ausschlusses und des Verlustes. Auf der anderen Seite wirkten sich Lockdown und Homeoffice-Regelungen positiv auf die Bindung zum gemeinsamen Kind aus. Präsenz und Betreuungszeiten waren so höher als in „normalen Zeiten“ und führten zu einer besseren Vater-Baby-Bindung. Hebammenausbilderin Katryn Andrews, Hauptautorin der Studie, betont, dass die befragten Väter die Auffassung für überholt ansehen, dass ihre Beteiligung an der Mutterschaftsbetreuung als unwichtig betrachtet wird. Sie erhofft sich ein Überdenken der Vaterrolle und eine Infragestellung traditioneller Ansichten. Die Studie ist in der Zeitschrift Midwifery erschienen.