Ein großer Schritt zu gleichberechtigter Verhütung

Veröffentlicht am 26.04.22

Trotz aller Bemühungen um Gleichberechtigung: Verhütung ist mehrheitlich noch immer Frauensache. Um nicht schwanger zu werden, stehen der sexuell aktiven Frau vielfältige Möglichkeiten zur Verfügung von Pille über Diaphragma bis hin zu Spriale und Stäbchen. Wenn Männer hier die Verantwortung übernehmen wollen, bleibt ihnen nur das Kondom oder die Vasektomie. Um dieses Missverhältnis zu beheben, wird seit Jahren an der Antibabypille für den Mann geforscht. Bisher vergeblich. Vergangene Versuche konzentrierten sich auf das Hormon Testosteron, allerdings ist die hormonelle Verhütung, wie sie bei Frauen angewendet wird, nicht einfach auf den Mann übertragbar. Viele Versuche wurden abgebrochen, u.a. aufgrund von Nebenwirkungen wie Depressionen oder erhöhten Cholesterol-Werten. Nun aber wurde in den USA ein Durchbruch erzielt. Dort verabreichte man Mäusen ein Mitteln, dass statt der hormonellen Wirkung an ein Protein andockt und so die Spermienzahl drastisch reduziert. Die Wirksamkeit betrug 99 Prozent, es wurde keine Nebenwirkungen festgestellt und nach Absetzen des Mittels wurde die Zeugungsfähigkeit wieder hergestellt. Das Forscherinnen*team aus Minnesota plant nun klinische Studien an Menschen für Ende des Jahres.

Quelle: AFP