Pränataler Stress = auffälliges Kind?

Veröffentlicht am 17.06.22

Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern können schon früh ausgelöst werden. Studienergebnisse der Universität Leipzig deuten darauf hin, dass mütterlicher Stress in der Schwangerschaft die gesunde Entwicklung der Kinder auch Jahre später noch beeinträchtigen kann. Ein Forschungsteam befragte 373 Mutter-Kind-Paare. Die Mütter füllten Fragebögen zu ihrem Stressempfinden aus und die Kinder wurden hinsichtlich Auffälligkeiten im Verhalten untersucht. Die Auswertung ergibt eine gute und eine schlechte Nachricht. Zunächst die schlechte Nachricht: Waren die Mütter während der Schwangerschaft starkem Stress ausgesetzt, so wirkte sich dies auf die Kinder aus. Auch noch Jahre später, im Alter von zehn, konnten Verhaltensprobleme festgestellt werden. Die gute Nachricht: Hatten die untersuchten Kinder ältere Geschwister, waren sie seltener auffällig. Die Forschenden vermuten, dass große Brüder und Schwestern dazu beitragen, dass die Kleinen Sozialkompetenzen und Problemlösungsstrategien entwickeln. Dennoch kann allein das Vorhandensein eines Geschwisterkindes nicht die negativen Auswirkungen des mütterlichen Stresses kompensieren. Daher betonen die Wissenschaftlerinnen*, wie wichtig es ist, frühzeitig pränatalem Stress entgegenzuwirken.

Hier geht‘ zur Studie: https://doi.org/10.1186/s12889-022-13261-2