Häufiger diagnostiziert und dennoch oft übersehen

Veröffentlicht am 29.02.24

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Endometriose zählt zu häufigsten gynäkologischen Erkrankungen bei Mädchen und Frauen. Gebärmutterschleimhautartiges Gewebe wächst außerhalb des Uterus und verursacht krampfartige, chronische Schmerzen. Die Beschwerden werden häufig als Regelschmerzen abgetan, so auch immer wieder vom Fachpersonal. Betroffene plagt neben den Schmerzen oftmals ein unerfüllter Kinderwunsch. Und tritt die Schwangerschaft ein, ist das Schmerzempfinden unter der Geburt ein ganz anderes als bei gesunden Gebärenden. Die Diagnose ist schwierig und zeitaufwändig. Neue Zahlen einer Versorgungsatlas-Studie des Zentralinstituts zur kassenärztlichen Versorgung (ZI) lassen aber zumindest eine erhöhte Sensibilisierung vermuten. Man erfasste vertragsärztliche Abrechnungsdaten und bezog dabei alle gesetzlich krankenversicherten Mädchen und Frauen ab 10 Jahre ein. Die Auswertung umfasste den Zeitraum 2012 bis 2022. Vergleicht man diese beiden Jahre, wurde Endometriose um 65 Prozent häufiger festgestellt. 2022 erhielten knapp 340.000 Betroffene diese Diagnose. Die Autorinnen* der Studie gehen trotz des Anstiegs von einer hohen Dunkelziffer aus, die mit der noch immer bestehenden Bagatellisierung von Menstruationsschmerzen einhergeht. Ein weiterer Faktor ist die fehlende adäquate Abrechnungsmöglichkeit für Vertragsärztinnen*, um den Aufwand der Diagnose abzubilden. Die Autorinnen* schließen, dass eine entsprechende Regelung sich positiv auf die Versorgung der Betroffenen auswirke.

Quelle: Medieninformation ZI

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