Ist eine Therapieunterbrechung möglich?

Veröffentlicht am 19.01.24

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Brustkrebs zählt zu den häufigsten Krebserkrankungen bei Frauen und betrifft zunehmend Patientinnen im gebärfähigen Alter. Die Therapie des Mammakarzinoms kann dem Kinderwunsch entgegenstehen. In einer Studie untersuchten Forschende nun, ob eine Unterbrechung der Therapie zwecks Familienplanung vertretbar ist. Hintergrund: Um das Risiko eines Rezidivs zu minimieren, wird bei hormonrezeptor-positivem (HR+) Brustkrebs eine Hormontherapie angewendet. Empfohlen wird eine Dauer von 5-10 Jahren. Während der Therapie muss eine Schwangerschaft strikt vermieden werden, denn die Behandlung verursacht Fehlbildungen beim Fötus und führt außerdem zu sinkender Fruchtbarkeit. In einer klinischen Studie wurden nun 516 Frauen mit einer solchen Hormontherapie sowie eine Kontrollgruppe von 1499 Patientinnen untersucht. Man unterbrach die Therapie, damit sich der Kinderwunsch erfüllen kann. 74 Prozent der Teilnehmerinnen wurden schwanger, 63,8 Prozent brachten mindestens ein Kind zur Welt. Bei 44 Patientinnen trat innerhalb von drei Jahren der Brustkrebs erneut auf. Das entspricht einem Anteil von 8,9 Prozent, in der Kontrollgruppe lag dieser bei 9,2 Prozent. Weitere Untersuchungen sind notwendig, um langfristige Ergebnisse zu erhalten.

Quelle: The New England Journal of Medicine