Ärmere Länder starker betroffen

Veröffentlicht am 21.06.22

Das respiratorische Synzytial-Virus (RSV) ist eine bei Säuglingen und Kindern häufig auftretende Krankheit. Eine Infektion kann asymptomatisch verlaufen oder mit Erkältungssymptomen einhergehen. Doch auch schwere Verläufe sind nicht ausgeschlossen, mitunter ist die Erkrankung tödlich. Das Respiratory Syncytial virus Consortium in Europe (RESCEU), welches sich aus europäischen Forschungsinstituten und Impfstoffherstellerinnen* zusammensetzt, hat nun Zahlen zu den weltweiten Todesfällen durch das RS-Virus vorgelegt, welche Anlass zur Sorge geben. In hochentwickelten Ländern kann das Virus in der Regel gut behandelt und Todesfälle verhindert werden. In ärmeren Ländern haben Kinder dagegen oftmals keine Chance auf eine Behandlung in der Klinik und sind somit einem erhöhten Sterberisiko ausgesetzt. 1 von 28 der weltweiten Todesfälle bei Säuglingen unter 6 Monaten gehen auf das Konto des RSV. Bei Kindern unter 6 Jahren sind es 1 von 50 Todesfällen. Über 97 Prozent dieser Todesfälle sind in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen verzeichnet. Da eine bessere Ausstattung der Kliniken kaum absehbar ist, hofft man auf Impfungen in baldiger Zukunft. Derzeit befinden sich zwei Impfstoffe für Schwangere in der Entwicklung, deren Antikörper transplazentar übertragen werden und so das Neugeborene in den ersten Monaten schützen soll.

Quelle: Ärzteblatt