Alle Milchformen sind belastet

Veröffentlicht am 7.1.26

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Titandioxid ist als Lebensmittelzusatz in der Europäischen Union seit 2022 verboten, da es als potenziell krebserregend gilt. In anderen Alltagsprodukten wie Sonnencreme oder Farben ist die Verwendung weiterhin erlaubt. Das Problem dabei: Der massive Einsatz hat dazu geführt, dass Titandioxid überall in der Umwelt präsent ist und über Luft, Böden und Wasser auch in die Nahrungsmittelkette gelangen kann. Ob Letzteres bereits passiert ist, hat das Nationale Forschungsinstitut für Landwirtschaft, Ernährung und Umwelt in Frankreich untersucht, und zwar an verschiedenen Milchen. Proben von konventioneller sowie ökologischer Kuhmilch, Milchpräparate für Babynahrung und Muttermilchproben gingen ins Labor. Die Frage nach dem Vorhandensein von Titanoxid musste zweifelsfrei mit ja beantwortet werden. Nanopartikel des Zusatzstoffs fanden sich in allen Proben, am höchsten fiel die Konzentration in Babymilchpräparaten aus mit teilweise bis zu 3,9 Milliarden Titandioxid-Partikeln pro Liter. Auch die Muttermilch war nicht frei davon, jedoch schwankte die Konzentration stark: Manche Proben enthielten ca. 15-mal mehr Nanopartikel als andere. Welche Folgen dies haben kann, muss nun untersucht werden. Erste Versuche mit Mäusen und Ratten deuten darauf hin, dass es bei den Jungtieren zu Organveränderungen, Lernbehinderungen und vermindertem Wachstum kommen kann. Ob diese Erkenntnisse auf den Menschen übertragbar sind, muss weitere Forschung zeigen.

Quelle: Science of The Total Environment