Bildschirmzeit für Babys

veröffentlicht am 12.02.26

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Die Entwicklung des kindlichen Gehirns ist eine sensible Angelegenheit, vor allem in den ersten zwei Jahren. Eine Langzeitstudie widmete sich nun der Exposition von Medien im Zusammenhang mit der Hirnentwicklung. Dafür nutzten sie Daten einer großen Geburtenkohorte in Singapur. Von frühester Kindheit bis ins Jugendalter wurden 168 Kinder mehrfach mittels MRT gescannt. Zudem beantworteten die Teilnehmenden Fragebögen und absolvierten kognitive Tests. Die wesentliche Erkenntnis: Wer vor dem zweiten Lebensjahr besonders lange Zeiten vor Bildschirmen verbringt, weist eine schnellere Reifung bestimmter Hirnnetzwerke auf. Das klingt zunächst gut, ist aber bedenklich. Denn betroffen waren Areale für das Sehen und die Aufmerksamkeit. Diese entwickeln sich üblicherweise abgestuft und spezialisieren sich erst später. Wird diese Entwicklung zu schnell abgeschlossen, ist das Gehirn weniger anpassungsfähig. Die daraus entstehenden Folgen wurden erst nach Jahren sichtbar. Die betroffenen Kinder waren mit acht Jahren deutlich weniger entscheidungsfreudig und zögerlich. Mit 13 Jahren berichteten sie von Angstsymptomen, innerer Unruhe, Nervosität. Interessanter Nebenbefund: Der Zusammenhang längere Bildschirmzeit → langsamere Entscheidungen → Angstzustände zeigte sich nicht bei den 3- bis 4-Jährigen. Die Forschenden verweisen auf den positiven Effekt des Vorlesens, der nachweislich die Entwicklung des Gehirns fordert und negative Auswirkungen von Bildschirmzeit abschwächen kann.

Quelle: eBioMedicine