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veröffentlicht am 09.04.26

© Marijana-Bogdanovic/shutterstock
Mit zwei Monaten können Baby nur unscharf sehen. Sie können noch nicht über das Gesehene kommunizieren. Doch sie können bereits Dinge einordnen. Dies zeigte eine internationale Forschungsarbeit. Dafür wurden 130 Säuglinge im Alter von zwei Monaten per funktioneller Magnetresonanztomograpgie (fMRT) untersucht. Sie trugen geräuschunterdrückende Kopfhörer und bekamen – auf einem Sitzsack liegend – Bilder aus ihrem Alltag gezeigt, etwa Quietsche-Enten, Katzen oder Bäume. Das Team maß die Gehirnaktivität und analysierte, welche Hirnregionen beim Betrachten der Bilder aktiv sind. Es zeigte sich, dass bereits im Alter von zwei Monaten Areale genutzt werden, die auch bei Erwachsenen für visuelle Objekterkennung zuständig sind. Die Säuglinge sind offenbar in der Lage, zu unterscheiden, ob ein Objekt belebt oder unbelebt, groß oder klein ist. Eine Kategorisierung ist damit viel früher vorhanden als bisher angenommen. Nun stellt sich die Frage, ob sich diese Hirnstrukturen in den ersten Lebenswochen entwickelt haben oder ob sie zumindest teilweise angeboren sind. Dies muss weiteren Untersuchungen ermittelt werden.
Quelle: Nature Neuroscience