Viele Herzfehler unerkannt

Veröffentlicht am 08.05.26

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Der 5. Mai steht für Hebammen ganz im Zeichen des Welthebammentags. Zurecht dürfen wir (nicht nur) an diesem Tag unseren Beruf und unsere Leistungen ganz ungeniert würdigen und feiern. Daneben ist der 5. Mai aber auch der Tag des herzkranken Kindes. Auch dieser hat seine Berechtigung, sind angeborene Herzfehler doch die häufigste Fehlbildung bei Neugeborenen. Sie betrifft 8.700 Kinder im Jahr, ein Viertel von ihnen benötigt direkt nach der Geburt eine Behandlung. Das Problem: In Deutschland bleiben noch immer viele Herzfehler unentdeckt, die Detektionsrate liegt zwischen 32 und 38 Prozent. Die Ursachen dafür sind vielfältig: So werden für Herz-Screenings spezielle Ultraschallgeräte benötigt, die nicht flächendeckend verfügbar sind. Das Ergebnis der vorhandenen Routine-Untersuchungen hängt zudem stark von der Erfahrung der Untersuchenden* ab. Auf der anderen Seite bestimmt in Deutschland häufig der sozioökonomische Status, ob Schwangere die angebotenen Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen. Andere Länder sind besser aufgestellt, so entdeckt man dank besserer Screenings in Frankreich etwa 87 der angeborenen Herzfehler. Das Aktionsbündnis Angeborene Herzfehler (ABAHF) fordert daher klare Screening-Standards in der Schwangerenvorsorge und die Einführung eines vorgeburtlichen Herz-Screenings.

Quelle: Pressemitteilung – Deutschland braucht vorgeburtliches Herz-Screening