Weniger Komplikationen

veröffentlicht am 22.06.26

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Treten bei einer Geburt schwere Komplikationen auf, sind zumeist Bluthocherkrankungen die Ursache. Ein Cochrane-Review hat nun verglichen, ob sich der Zeitpunkt der Geburtseinleitung positiv auswirken kann. Eingeschlossen wurden sechs randomisiert kontrollierte Studien mit insgesamt 3.941 Teilnehmerinnen. Die Geburten fanden zwischen 2002 und 2022 statt. Folgende Erkrankungen wurden berücksichtigt: Präeklampsie, Schwangerschafts- und chronischer Bluthochdruck. Die geplanten Geburten fanden zwischen der 34. und der 41. Schwangerschaftswoche statt. Leitete man die Geburt geplant früher ein, sank das Risiko für mehrere schwere Komplikationen, darunter das HELLP-Syndrom, Nierenversagen, Lungenödeme und epileptische Krampfanfälle. Ohne geplante frühe Geburt traten bei 47 von 1.000 Teilnehmerinnen eine der genannten Komplikationen auf. Leitete man die Geburt geplant früh ein, sank dieser Anteile auf 25 von 1.000 Schwangeren. Die genauen Mechanismen dahinter sind noch unklar. Eine weitere wichtige Erkenntnis: Das Risiko für einen Kaiserschnitt ist durch die frühere Geburt nicht erhöht. Allerdings fehlen Daten zur langfristigen Entwicklung der Kinder. Die Autorinnen* empfehlen, diese Forschungslücke zu schließen. Die Ergebnisse des Reviews bestätigen die Empfehlungen der S2k-Leitlinie „Hypertensive Erkrankungen in der Schwangerschaft“, nach denen bei Präeklampsie die Geburt nicht über die 37+0 Schwangerschaftswoche hinaus zu verzögern. Dabei wird betont, dass bei der Entscheidung zur Einleitung der Geburt die Präferenzen der Schwangeren sowie die Art und Schwere der jeweiligen Symptome zu berücksichtigen sind.

Quelle: Cochrane Library