Globale Daten fehlen

Veröffentlicht am 18.06.26

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Tuberkulose zählt zu den weltweit häufigsten Infektionskrankheiten und kann bei Schwangeren zu Komplikationen wie Anämie, postpartalen Infektionen oder Frühgeburten führen. Es existieren wirksame Therapien, vorausgesetzt, die Infektion wird erkannt. Denn eine neue Modellierungsstudie kommt zu dem Schluss, dass das Tuberkulose-Risiko für Schwangere und Wöchnerinnen unterschätzt wird. Genaue Daten liegen nicht vor. Inzidenzen beruhen überwiegend auf veralteten Schätzungen. In der aktuellen Übersichtsarbeit wurden Daten aus 37 Studien sowie Kohortendaten genutzt. Ziel war eine Abschätzung der Tuberkuloseinzidenz von Schwangeren und Wöchnerinnen weltweit. Berücksichtigt wurden dabei auch Ko-Inzidenzen mit HIV. Im Vergleich mit nicht schwangeren Frauen erhöhte sich das Tuberkulose-Risiko in der Schwangerschaft und 1,34 (IRR) und um 1,91 (IRR) im Wochenbett. Bei vorliegender HIV-Infektion war das Risiko noch deutlicher erhöht (IRR 5,73 in der Schwangerschaft bzw. IRR 3,58 im Wochenbett. Die Studienautorinnen* gehen für 2023 von weltweit 239.500 Tuberkulose-Fällen bei Schwangeren und von 97.600 Fällen bei Wöchnerinnen aus. Bis zu einem Fünftel der Betroffenen war außerdem mit HIV infiziert. Daher fordert das Forschungsteam gezielte Präventionsstrategien sowie die Integration eines vorgeburtlichen Tuberkulose-Screenings.

Quelle: The Lancet Global Health