Abwägen der Risiken

Veröffentlicht am 10.07.26

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In einer großen finnischen Studie untersuchten Forschende mögliche Zusammenhänge zwischen der Einnahme von selektiven Serotonin-Aufnahme-Inhibitoren (SSRI), einem Antidepressivum, das bei bis zu zehn Prozent der Schwangeren eingesetzt wird, und möglichen gesundheitlichen Auswirkungen auf Mutter und Kind. Dazu wurden Registerdaten von über 1,27 Millionen Kindern ausgewertet, die zwischen 1996 und 2018 in Finnland geboren wurden. In die Analyse flossen außerdemDaten von  19.000 Frauen, die während der Schwangerschaft SSRI einnahmen. Diese wurden verglichen mit weiteren 19.000 Schwangeren, die zwar eine diagnostizierte Depression hatten, aber keine Medikamente einnahmen, und mit 3.100 Schwangeren, die SSRI vor der Schwangerschaft abgesetzt hatten. Bei Schwangeren, die SSRI einnahmen, wurde ein erhöhtes Risiko für Gestationsdiabetes ermittelt. Verringert war das Risiko für eine Sectio, eine sehr frühe Frühgeburt und niedriges Geburtsgewicht. Mit Blick auf die Neugeborenen stellte man ein erhöhtes Risiko für niedrige 5-Minuten-Apgar-Werte fest, außerdem für Atemprobleme und Behandlungen auf Intensivstationen. Hatten die Frauen vor der Schwangerschaft SSRI abgesetzt, war das Risiko für eine späte Frühgeburt und niedriges Geburtsgewicht reduziert, das Risiko für neonatale Anpassungsstörungen blieb erhöht. Laut Forschenden ist damit die Bedeutung der individuellen Entscheidung für eine Behandlung unterstrichen. Depressionen sollten nicht unbehandelt bleiben, aber im Falle einer Schwangerschaft ist eine engmaschige Überwachung von Mutter und Kind angezeigt. Einschränkend ist festzustellen, dass keine kausalen Zusammenhände ermittelt wurden, daher muss weitere Forschung Ursache und Wirkung in den Blick nehmen.

Quelle: American Journal of Obstetrics & Gynecology MFM