Mehr Empathie und Emotionalität
Veröffentlicht am 11.06.26

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Dass Schwangerschaft, Geburt und das anschließende Muttersein Veränderungen im Gehirn von Frauen bewirkt, ist gut untersucht. Ein Forschungsteam der RWTH Aachen ging nun der Frage nach, ob Vaterschaft sich im Gehirn von Männern nachweisen lässt. Dazu scannten sie mittels MRT die Gehirne von 25 biologischen Vätern im Alter von durchschnittlich 33 Jahren. Es erfolgt sechs Scans, der erste innerhalb einer Woche nach der Geburt, der letzte nach 24 Wochen. Zusätzlich füllten die Probanden Fragebögen zu Verbundenheitsgefühlen, Gereiztheit und Kontakt mit dem Baby aus. Es zeigte sich, dass zu Beginn der Vaterschaft die graue Substanz im Gehirn abnahm, bevor sie nach 12 Wochen langsam wieder aufgebaut wird. Dies ist auch bei Frauen nach einer Geburt zu beobachten, jedoch vermutlich stärker hormonell bedingt. Dabei handelt es sich nicht um eine Schädigung, sondern ist ein Hinweis auf eine Anpassung in Richtung Fürsorge. Weitere Regionen in den Männerhirnen wiesen Veränderungen auf, die für Empathie, Emotionen und soziale Wahrnehmung zuständig sind. Interessanter Nebenaspekt: Bei Vätern, die laut Fragebögen eine starke Bindung zu ihrem Nachwuchs angaben, zeigten sich auch in den MRT-Scans entsprechende Anpassungen. Ob die Hirnveränderungen direkt durch die Vaterschaft ausgelöst wurden, lässt sich ohne Kontrollgruppe nicht sagen. Dennoch bietet die Studie interessante Einblicke in die Prozesse, die sich rund um das Vater werden abspielen.
Quelle: Translational Psychiatry