Ursachen für den Geburtsreihenfolge-Effekt

veröffentlicht am 03.08.26

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Statistisch betrachtet haben Erstgeborene bessere Erfolgschancen. Studien belegen, dass sie im Schnitt mehr verdienen und höhere Bildungsabschlüsse erreichen als ihre jüngeren Geschwister. Bezüglich der Ursachen für diesen Geburtsreihenfolge-Effekt gibt es mehrere Erklärungsversuche. Eine Studie liefert nun einen ganz neuen Aspekt: Atemwegsinfekte. Ein internationales Forschungsteam wertete dänische Verwaltungsdaten von Geschwisterkindern aus, die zwischen 1980 und 2015 geboren wurden. Die jüngeren Geschwister wurden in ihrem ersten Lebensjahr dreimal häufiger im Krankenhaus wegen schwerer Atemwegserkrankungen behandelt. Infektionen in diesem jungen Alter können sich noch Jahre später auswirken. Wobei die Erklärung für das häufige Auftreten recht einleuchtend ist: Das ältere Geschwisterkind bringt aus der Kita Viren und Bakterien nach Hause, mit dem das noch nicht ausgereifte Immunsystem des Jüngeren erst umgehen muss. Schwere Infektionen im ersten Lebensjahr können sich negativ auf die Gehirnentwicklung auswirken. Denn 85 Prozent der Kalorien werden verbraucht für das neuronale Wachstum. Erkrankt das Kind, wird die vorhandene Energie für das Immunsystem und die Bekämpfung der Infektion verwendet. Dennoch muss der Umstand der häufigeren Infekte eingeordnet werden. Wer im ersten Lebensjahr häufiger krank ist, verdient als Erwachsener etwa 0,8 Prozent weniger als dir älteren Geschwister. Das ist zwar statistisch signifikant, wirkt sich im Alltag aber kaum aus. Der Einkommensnachteil bleibt auch bestehen, wenn man den Krankheitseffekt herausrechnet. Andere Ursachen wie elterliche Zuwendung spielen demnach auch eine Rolle. Um dem Krankheitseffekt entgegenzuwirken, hilft nachweislich eine längere Stillzeit von 15 Monaten sowie die Impfung gegen RSV.

Quelle:  IZA – Institute of Labor Economics