Noch immer weit verbreitet
veröffentlicht am 24.08.26

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Laut aktueller Zahlen der WHO steigt der Anteil an gestillten Babys weltweit. Stillten 2012 lediglich 37 Prozent der Mütter ihre Kinder in den ersten sechs Monaten ausschließlich, sind es heute bereits 47 Prozent. Dennoch bleiben in die vielen Ländern die Stillraten hinter den erklärten Zielen zurück. Dabei könnten durch verstärkte Stillförderung fast 400.000 kindliche und 140.000 mütterliche Todesfälle pro Jahr verhindert werden. Eine aktuelle Studie der Sapienza-Universität Rom hat untersucht, wie die Stillrate mit einfachen Maßnahmen erhöht werden kann. Die Forschenden kamen zu dem Ergebnis, dass sich drei Irrtümer rund ums Stillen hartnäckig halten und teilweise noch immer in Kliniken weitergegeben werden.
- Viele Mütter gehen davon aus, dass sie in den Anfangstagen zu wenig Milch produzieren. Menge und Wert des Kolostrums werden konsequent unterschätzt, sodass zu früh zugefüttert wird.
- Ein weiterer Irrtum bezieht sich auf die Nutzung von Schnullern. Viele Mütter haben Angst, dass das Kind eine Saugverwirrung entwickeln könnte. Laut aktueller Studienlage hat die Verwendung von Schnullern aber keinen Einfluss auf die Stilldauer.
- Die Empfehlung, elektrische Milchpumpen im Wochenbett zur Anregung der Milchbildung einzusetzen, sollten nicht routinemäßig gegeben werden. Zunächst könne das Abpumpen von Hand ausprobiert werden.
Für die Studie wurden 78 Arbeiten aus verschiedenen Ländern wie Deutschland, USA, Indien oder Mexiko ausgewertet. Besonders kleine Veränderungen in den ersten Lebenstagen des Säuglings können laut Forschenden große Veränderungen bewirken.