Erkenntnisse aus alten Virenfragmenten

Veröffentlicht am 16.01.26

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Die Gene des Menschen tragen Reste aus millionen Jahre alten viralen Infektionen mit sich herum. Diese Überreste haben sich in der DNA festgesetzt und sind in der Regel nicht aktiv. Doch einige von ihnen übernehmen Funktionen im Körper, zum Beispiel in der Plazenta. Ein internationales Forschungsteam hat sich das genauer angesehen. Sie fanden heraus, dass einige der viralen DNA-Fragmente Gene regulieren, die die Entwicklung der Plazenta beeinflussen. In der Plazenta fanden die Forschenden 87 sogenannte Enhancer, welche Aktivität von neun bestimmten Genen verstärken, welche bei Präeklampsie dysreguliert sind. Eines dieser Gene fiel besonders ins Auge: EPS8L1. Dieses ist mit keiner anderen Schwangerschaftskomplikation assoziiert und kann im Blut nachgewiesen werden. Daher könnte es in Screenings Hinweise auf Präeklampsie liefern, bevor Symptome auftreten. Das muss jedoch in größeren klinischen Studien untersucht werden.

Quelle: Genome Biology