Weniger Entzündungen

veröffentlicht am 07.04.26

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Multiple Sklerose (MS) ist eine herausfordernde Erkrankung. Dabei sind Immunzellen fehlgeleitet und wandern in Gehirn und Rückenmark. Dort kommt es zu Entzündungen und Nervenschädigungen. Bereits bekannt ist, dass eine Schwangerschaft MS-Schübe um bis zu 80 Prozent reduzieren kann. Forschende des UKE Hamburg und der Charité Berlin wollten verstehen, wie das genau vonstattengeht. Dabei haben sie eine Schutzfunktion des Gehirns entdeckt, die bislang unbekannt war. Der Botenstoff GDF-15, der vom Fötus freigesetzt wird, spielt eine wesentliche Rolle. Dieser ist bei MS erhöht, was darauf hinweist, dass der Körper Entzündungen einzugrenzen versucht. Überraschend für die Forschenden: Der Rezeptor für GDF-15 kommt nicht auf Immunzellen, sondern auf Nervenzellen im Hirnstamm vor. Wenn dieser neu entdeckte Signalweg aktiviert wird, wird u.a. Noradrenalin freigesetzt. Dieser Neurotransmitter sorgt dafür, dass entzündungsfördernde Immunzellen nicht aktiviert werden und ins Nervensystem wandern. Die Forschenden erhoffen sich von den Erkenntnissen neue Ansätze zur Behandlung von MS.

Quelle: Nature Immunology