Weniger Antibiotika für die Kleinsten
Veröffentlicht am 26.03.26

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Bei bakteriellen Infektionen sind Antibiotika die beste Therapieoption. Doch ein zu häufiger Einsatz führt zu Resistenzen, was deren Wirkung gefährdet. Das Zentralinstitut für kassenärztliche Versorgung (ZI) wertete vertragsärztliche Daten aus und untersuchte die Verordnungszahlen von Antibiotika seit 2010. Insgesamt lässt sich eine kontinuierliche Reduzierung feststellen: So wurden 2010 noch 559 Verordnungen pro 1.000 Versicherte ausgestellt, 2019 waren es noch 414, ein Rückgang von 26 Prozent. Besonders zu erwähnen sind die Jahre der Coronapandemie. 2020 und 2021 brachen die Zahlen besonders stark ein, insbesondere bei den kleinen Patientinnen*: 2- bis 5-jährige Kinder bekamen 50 Prozent weniger Antibiotika verschrieben als noch 2019. Ein ähnlich starker Rückgang wird bei den 6- bis 9-Jährigen verzeichnet. In der ersten Gruppe (2 bis 5 Jahre) steigen Verordnungen nach Corona (2023/2024) wieder an und erreichen das Niveau von 2019. Bei Babys bis zu einem Jahr reduzierte sich die Verordnungsrate hingegen um 20 Prozent. Der Anstieg bei älteren Kindern in den Jahren 2023 und 2024 ist durch erhöhtes Infektionsgeschehen begründet, u.a. bei A-Streptokokken und Keuchhustenanfällen.
Quelle: Deutsches Ärzteblatt