Höhere Einbußen als gedacht
Veröffentlicht am 26.02.26

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Die Geburt eines Kindes geht für viele Frauen mit finanziellen Einbußen, Teilzeit und verringerten Aufstiegschancen einher. Eine Studie des ZEW Mannheim (Leibniz-Zentrum für europäische Wirtschaftsforschung) stellte nun fest, dass die Einkommensverluste nach der Geburt größer sind als bisher angenommen. Zudem muss das Alter der Mütter berücksichtigt werden. Zuvor erstellte Schätzungen gingen davon aus, dass Frauen, die ein Kind geboren hatten, durchschnittlich etwa 20.000 Euro weniger verdienen als Frauen ohne Kinder. Dies wurde über sogenannte Event Studies ermittelt. Dabei werden Daten von deutschen Ämtern verwenden, die zwischen 1975 und 2021 erhoben wurden und 186.000 Mütter umfassen. Das ZEW überprüfte die Methode und kam zu dem Schluss, dass die Ergebnisse verzerrt werden, da das Alter bei der ersten Geburt unberücksichtigt bleibt. Laut deren Schätzungen ergibt sich folgendes Bild: Bekommen Frauen unter 30 Jahren ihr erstes Kind, verpassen sie wichtige Karriereschritte und Lohnwachstum in einer prägenden Phase des Berufslebens. Werden Frauen später Mütter, sind sie bereits am Arbeitsmarkt etabliert und haben wichtige Schritte vollzogen. Nichtsdestotrotz ergibt sich ein Einkommensverlust von 30.000 Euro gegenüber Müttern mit gleichaltrigen Kindern im vierten Jahr nach der Geburt. Die Einbußen liegen also 30 Prozent höher als gedacht. Das ZEW merkt an, dass äußere Umstände wie traditionelle Geschlechterrollen und mangelnde Kinderbetreuungsangebote dieses Missverhältnis, genannt „Child Penalty“, bedingen.
Quelle: ZEW Discussion Paper 25-033